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Aktien

 

Was ist eine Aktie?


Mit dem Kauf einer Aktie beteiligt sich der Anleger direkt am jeweiligen Unternehmen. Die Höhe des Anteils am Grundkapital und somit am Gesamtvermögen der Aktiengesellschaft (AG) wird durch den Nennwert festgelegt. Der Marktpreis der Aktie entspricht hingegen bei börsennotierten Aktien dem börsentäglich aus Angebot und Nachfrage ermittelten Kurswert. Gewinne ergeben sich aus Kursanstiegen und Dividenden.

Die Kursentwicklung einer Aktie wird von vielen Faktoren beeinflusst (Wachstumschancen, Gewinnerwartung, Branchentrend, Zinsänderungen und allgemeine konjunkturelle Entwicklung. Für den "normalen Kleinanleger" ist es sicher nicht leicht, die richtige Aktienauswahl für sein Depot zu treffen und vor allem zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Aktien zu kaufen bzw. zu verkaufen. Bei den institutionellen Großaktionären (hierzu gehören Pensionskassen, Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen u.a.) treffen diese Entscheidungen ganze Stäbe von Analysten, die sich sehr tiefgründig mit den einzelnen Unternehmen befassen und denen weitaus bessere Informationsquellen zur Verfügung stehen, als für den Kleinanleger. Nicht umsonst sagte deshalb Andre Kostolany, dass 90 Prozent der Börsianer theorielose und emotionale Spieler sind, die über keine Strategie verfügen.

Die Anlageentscheidungen vieler Kleinaktionäre beruhen oftmals nur auf "heißen Börsentips" aus einschlägigen Anlegermagazinen, die aber häufig erst dann gegeben werden, wenn die betreffende Aktie schon einen deutlichen Kursanstieg aufweisen kann. Der Anleger will dann unbedingt noch auf den Zug aufspringen und kauft um jeden Preis. Wer solche Tipps befolgt hat, musste beispielsweise mit Einzelaktien Kursverluste von bis zu 95% hinnehmen.

Chance und Risiko


Je höher das Risiko ist, das man bei der Aktienanlage eingeht, desto größer ist auch die Chance auf eine hohe Rendite (die Umkehrung "je höher die Rendite desto höher das Risiko", ist jedoch falsch). Dies trifft sowohl für den Gesamtmarkt als auch für jede einzelne Aktie zu. Im Bereich der neuen Technologien, beispielsweise im Bereich Internet oder Biotechnologie, konnten vor einigen Jahren sehr hohe Renditen erzielt werden. Diese Rechnung ging dann leider nicht mehr auf. Stellen Sie sich ein Biotec-Unternehmen vor, das gerade ein neues Verfahren entwickelt hat. In der Hoffnung, dass hieraus in der Zukunft hohe Gewinne resultieren, kaufen viele Anleger die Aktien und der Kurs steigt stark an. Plötzlich stellt sich aber heraus, dass das Verfahren so nicht anwendbar ist oder ein anderes Unternehmen inzwischen ein noch besseres Verfahren entwickelt hat. Mit einem Schlag sind alle Hoffnungen auf zukünftige Gewinne und steigendes Wachstum zerstört und der Aktienkurs bricht stark ein. Diese Gefahren sind bei jungen Unternehmen wesentlich höher als bei Unternehmen, die schon lange in einem Bereich tätig sind. Aber auch bei großen und am Markt etablierten Unternehmen wie Microsoft, Daimler, Commerzbank oder der Deutschen Telekom sind starke Kurseinbrüche nicht ausgeschlossen, wenn ein drohendes Gerichtsverfahren, eine mit herben Verlusten verbundene Firmenübernahme oder eine undurchsichtige Bilanz die Aktionäre verärgert.

Andererseits gibt es aber auch Aktien, die innerhalb weniger Jahre hohe Gewinne erzielen konnten. Microsoft z.B. 800% von 1995 bis zum Frühjahr 2000. Wer also 1995 bereit war, ein hohes Risiko einzugehen, ist dafür hinreichend belohnt worden. Allerdings war diese Entwicklung nicht vorherzusehen und hätte durchaus anders ausgehen können. Jedes Unternehmen stellt immer eine unsichere Größe dar. Chancen und Risiken liegen meist dicht beieinander.

Auch der Markt ist unsicher. Während das unternehmensspezifische Risiko meist nur den Kurs der betreffenden Aktie bewegt, beeinflusst das Marktrisiko mehr oder weniger alle Aktien. Hierunter fallen alle Faktoren, die den Markt als Ganzes betreffen, beispielsweise Wirtschaftskrisen, Zinsänderungen oder politische Ereignisse. Zwar beeinflussen solche Faktoren verschiedene Aktien unterschiedlich stark, aber der Großteil der Aktien bewegt sich in die gleiche Richtung, in die sich auch der Markt bewegt.

Die Entwicklung an der Börse verläuft in Zyklen, die unterschiedlich lang sein können und die stark von der Stimmung an der Börse abhängig sind. Daher ist es nicht nur wichtig, die Risiken und Chancen einzelner Aktien einzuschätzen. Auch die Frage, ob der Aktienmarkt gerade steigt oder fällt, und wie lange diese Entwicklung jeweils noch anhalten könnte, sind für jedes Börsenengagement bedeutsam. Hinzu kommen noch psychologische Faktoren und das Währungsrisiko, falls es sich um ausländische Aktien handelt, die nicht in EURO notieren.

Trotz dieser für Einzelaktien genannten Risiken hat das Deutsche Aktieninstitut in einer Studie über einen Zeitraum von mehr als 50 Jahren festgestellt, dass Aktienanlagen (also Sachwerte) langfristig eine um 50% höhere Rendite erzielen als Rentenpapiere (festverzinsliche Wertpapiere).

Fazit:
Wenn Sie eine Zielrendite von mindestens 8% anstreben (denken Sie an das Anlageziel "Finanzielle Sicherheit"), so erreichen Sie dieses Ziel nur mit Anlagen, die einen bestimmten Aktienanteil beinhalten und professionell gemanagt werden (z.B. Fonds)